Informationen über Luftspulen
Verwendete Formelzeichen:
N: Windungszahl
a: mittlerer Radius
b: Länge der Zylinderspule (statt l wegen der Verwechslungsgefahr mit 1)
c: Dicke der Wicklung
Vorsicht mit den Einheiten (Zoll, cm, mm, uH, nH gemischt)!
Eine Windung (N=1), Drahtdurchmesser d, Spulendurchmesser D nach Grover:
L = 2 Pi D [ln(8D/d) - 1,75] nH/cm bzw. L = 2 Pi D [ln(D/d) + 0,33] nH/cm
Umgerechnet in Induktivität/Länge (immer noch kreisförmige Leiterschleife!):
L = 2 l [ln(l/d) - 0,82] nH/cm
In verschiedenen Quellen fand ich für den gestreckten Leiter
L = 2 l [ln(l/d) + 0,64] nH/cm
das ergibt für sehr dicke/kurze Drähte (l/d=10) 0,6uH/m, sehr dünne/lange Drähte (l/d=1000) 1,5uH/m, das bestätigt die Faustregel "10nH/cm".
- Induktivität einer flachen Spirale, soll auf 5% genau sein bei c>a/5
- L = (a*N)²/(8*a + 11*c) (uH/Inch)
- Einlagige Zylinderspule ab b > 0,1a
- L = (a*N)²/((9 - (a/5*b))*a + 10*b) = (a*N)²/(9a - a²/5b + 10*b) (uH/Inch)
- Vereinfacht sich bei Länge > 0,4*Durchmesser (oder b > 0,8a)
- L = (a*N)²/(9*a + 10*b) (uH/Inch)
- Mehrlagige Zylinderspule nach Wheeler
- L = 0.8 (a*N)² / (6a + 9b + 10c) (uH/inch)
Soll lt. Wheeler auf 1% genau ein, wenn die drei Terme im Nenner "ungefähr gleich" sind, Winfield Hill berichtet von bis zu 15% Abweichung.
- Das beste Verhältnis zwischen Drahtmenge und Induktivität erhält man mit einer "vier-Quadrate-Form" nach Brooks (b=c=a/1,5), Induktivität ist dann
- L = Da * N² * 6.373 nH/cm (mit Da = Außendurchmesser)
Software:
- Steve Moshier
http://www.moshier.net/coildoc.html bezieht sich auch auf NBS und Spielrein für Spiralen, mit Sourcen. - ACMI, MADNK, twocoil(s)?
http://www.smeter.net/electronics/electronics.php (ex
http://www.g4fgq.com/) hat verschiedene Rechner für Spulen, z.B. "SOLNOID3"
http://wcalc.sourceforge.net/
Mehrlagig kapazitätsarm wickeln:
6 9 12 15 18 21 24 27
5 4 8 11 14 17 20 23 26
1 2 3 7 10 13 16 19 22 25
In der Realität kaum durchführbar.
Win Hill schlägt vor:
|<----- 1.0" ----->| cross-section views
.-. .-. .-. .-.
| || || || |
'-' '-' '-' '-' bundle wire order
top \ o o o o o o o o 4 5 4 5
mid \ o \ o \ o \ o \ 3 3
bottom o o o o o o o o 1 2 1 2
Ursprüngliche Quellen:
- Formeln und Tabellen von Nagaoka, 1909 veröffentlicht.
- "circular 74" (erste Ausgabe 1918, zweite 1924) des National Bureau of Standards enthält umfassende Formeln und Tabellen.
- Harold Wheeler veröffentlichte 1928 seine erstmals 1925 ermittelte Formeln, nachzulesen u.A. in "Terman, Radio Engineers Handbook (1943)". Sie stellen eine Vereinfachung der komplizierten Formeln des "NBS circular 74" dar und beruhen auch auf einer Formel von Hazeltine (für den Wheeler arbeitete).
- Grover veröffentlichte in "Inductance Calculations" (Van Nostrand 1946) genauere Formeln, die auf Formeln des NBS zurückgehen und auch auf die Dicke der Windung eingehen.
- Radio Engineering Handbook, Keith Henney, 3rd edit, 6th impression, McGraw?-Hill 1941. p 93.
- Welsby "The Theory and Design of Inductance Coils" 2nd ed (1960) MacDonald?.
- Eines der wenigen Werke mit eigenen Ergebnissen ist: Esnault-Pelterie, "On the Co-efficient of Self Inductance of Circular Cyldrical Coils", Comptes Rendus, Tome 205, No. 18 p. 762, November 3, (1937) and No. 20, p. 885, November 15, (1937). Kommt letztlich auf die gleichen Werte wie Nagaoka.
Von Marc Thompson gibt es ein umfassendes Literaturverzeichnis:
http://www.thompsonrd.com/Technical/Inductance_References.htm (früher
http://members.aol.com/marctt/Technical/Inductance_References.htm)
Beiträge in Newsgroups (die hauptsächliche Quelle für diese Zusammenfassung), der einfachste Zugriff ist wohl über
http://groups.google.com/groups?selm=<...> möglich:
- Alan Fowler nennt in <61qdb5$a0j$1@wombat.melbpc.org.au>, korrigiert in <61t432$fab$1@wombat.melbpc.org.au>, Werte aus Langford-Smith's "The Radiotron Designer's Handbook", 1942. Der gesamte Thread enthält interessante Informationen.
Postings von Winfield Hill:
- <5u9tff$g2k@fridge-nf0.shore.net> 1997-08-30 "Accuracy of the popular Wheeler inductance equation"
- <60sgmt$1r6@fridge.shore.net> 1997-10-01 Abweichungen
- <684ie0$kfk@fridge.shore.net> 1997-12-28 umfassende Zusammenfassung
- <61tlrj$np3@fridge.shore.net> 1997-13-10 ein "BASIC program Jose posted on 24 Aug 1997"
- <bqon3j02ose@drn.newsguy.com> 2003 einige Ergänzungen
Er schreibt u.A., daß die Berechnung der Verluste bei höheren Frequenzen schwierig ist, weil nicht nur der bekannte Skin-Effekt zu berücksichtigen ist, sondern auch der "relatively obscure and often larger proximity effect".
